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Brustchirurgie · Mediziner berichten

Narben nach einer BruststraffungTechniken, Heilung und Pflege.

Jede Bruststraffung hinterlässt Narben. Dr. med. Patrick Bauer erklärt, welche Schnitttechniken es gibt, wie sich die Narben im ersten Jahr verändern und was die Narbenpflege zum Ergebnis beiträgt.

Porträt von Dr. med. Patrick Bauer

Dr. med. Patrick BauerFachgebiet: Plastische und Ästhetische Chirurgie · Stand: 01.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Bruststraffung hinterlässt Narben. Mit der perimammilären Methode nach Benelli oder der I-Schnittführung bleiben sie jedoch auf ein Minimum begrenzt.
  • Rund drei Wochen nach der Operation sind die Narben häufig noch gerötet, geschwollen und empfindlich. Das gehört zum normalen Verlauf.
  • Nach einem Jahr sind sie in der Regel deutlich heller und flacher und oft kaum noch zu sehen.
  • Für das Endergebnis zählt vor allem die Pflege: Kompressions-BH, Silikonpflaster und konsequenter Sonnenschutz.
  • Wer sich offen beraten lässt, entwickelt realistische Erwartungen und verliert die Sorge vor auffälligen Narben.

Ich bin Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München und arbeite bevorzugt mit narbenschonenden Verfahren: der perimammilären Bruststraffung (Benelli-Methode) und der I-Schnittführung. Beide lassen deutlich weniger Narben zurück als die klassische T-Schnittführung. Die Frage nach den Narben klären wir in einem persönlichen, streng vertraulichen Einzelgespräch.

Weshalb Narben dazugehören

Eine Bruststraffung (Mastopexie) strafft das Brustgewebe und nimmt überschüssige Haut weg. Das geht nicht ohne Hautschnitte, und jeder Hautschnitt vernarbt. Entscheidend ist deshalb, wo die Narben liegen: Ich platziere sie so, dass sie im Alltag möglichst wenig auffallen. Bei der Benelli-Methode und der vertikalen I-Schnittführung beschränken sie sich auf einen kleinen Teil der Brust.

Welche Schnittführungen es gibt

Benelli-Methode (perimammillär)

Schematische Zeichnung: Schnittführung um den Warzenhof bei der Benelli-Methode
Schnittführung bei der Benelli-Methode (schematisch)

Der Schnitt verläuft ausschließlich um den Warzenhof (periareolär). Das Verfahren eignet sich besonders, wenn die Haut nur leicht erschlafft ist. Zurück bleibt eine einzige feine, ringförmige Narbe. Nach etwa einem Jahr lässt sie sich häufig mit Laser, Permanent Make-up oder Tätowierung nahezu unsichtbar machen. Für eine starke Straffung reicht diese Methode allerdings nicht aus.

I-Schnittführung (vertikale Mastopexie)

Schematische Zeichnung: Schnittführung um den Warzenhof und senkrecht zur Unterbrustfalte bei der I-Schnittführung
Schnittführung bei der I-Schnittführung (schematisch)

Zum Schnitt um den Warzenhof kommt ein senkrechter Schnitt, der bis zur Unterbrustfalte reicht. Er ist bei mittlerer bis stärkerer Hauterschlaffung sinnvoll, korrigiert die Form gut und hinterlässt im unteren Brustbereich eine zusätzliche feine Narbe. Da die Brustwarze bei der Straffung nach oben versetzt wird, bleibt an ihrem Rand immer eine kleine Narbe.

T-Schnittführung

Schematische Zeichnung: Schnittführung um den Warzenhof, senkrecht und entlang der Unterbrustfalte bei der T-Schnittführung
Schnittführung bei der T-Schnittführung (schematisch)

Beim T-Schnitt kommt zu den beiden anderen Schnitten ein waagerechter entlang der Unterbrustfalte hinzu. Er erlaubt die größte Hautentfernung, führt aber zu deutlich längeren, besser sichtbaren Narben. In meiner Münchner Praxis wende ich ihn nicht an. Ähnliche Schnittführungen nutzt man auch bei der Brustverkleinerung, um überschüssiges Gewebe zu entfernen; bei der Bruststraffung mit T-Schnitt wird dagegen vor allem Haut entfernt.

Kernaussage: Die passende Technik richtet sich danach, wie viel Haut zu viel ist. Je kleiner der Überschuss, desto kürzer und unauffälliger werden die Narben.

Wie sich die Narbe über die Zeit verändert

Nach etwa drei Wochen

Jetzt wirkt die Narbe noch frisch und hebt sich farblich deutlich von der übrigen Haut ab. Wichtig ist in dieser Phase:

  • Zug und Druck auf die Narbe vermeiden,
  • Wund- und Silikonpflaster konsequent tragen,
  • mindestens sechs Monate keine Sonne und kein Solarium,
  • die Narbe sanft und nur mit Produkten pflegen, die Ihr Arzt empfiehlt.

Was in den ersten Wochen versäumt wird, kann das spätere Narbenbild verschlechtern.

Nach einem Jahr

Die meisten Narben sind dann deutlich heller und flach und fallen oft nur noch bei genauem Hinsehen auf. Besonders nach der Benelli-Methode verschmilzt die Narbe optisch mit dem Rand des Warzenhofs; Patientinnen berichten, dass sie im Bikini oder BH kaum auffällt.

Nach 12 bis 24 Monaten und später

Das endgültige Narbenbild zeigt sich erst nach 12 bis 24 Monaten. Dass die Narbe im ersten Jahr sichtbar bleibt und sich farblich von der Umgebung abhebt, ist normal. Sie verblasst mit der Zeit und sollte spätestens nach drei Jahren so gut wie unsichtbar sein.

Wie deutlich eine Narbe ausfällt, ist von Frau zu Frau verschieden. Eine Rolle spielen die Haut- und Gewebestruktur, die Schnitttechnik (Benelli, I-Schnitt oder T-Schnitt), eine mögliche Kombination mit Brustvergrößerung durch Implantat oder Eigenfett sowie die persönliche Narbenheilung. Bei manchen ist die Narbe schon nach einem Jahr fast unsichtbar, bei anderen dauert es länger. In der Beratung erkläre ich Ihnen, welche Narben bei Ihrer Ausgangssituation zu erwarten sind, wie sie sich entwickeln und welche Pflege den Heilungsverlauf unterstützt.

Pflege: So tragen Sie zum Ergebnis bei

Spezielle Wundpflaster und Druckverbände schützen die Narbe vor Zug, der sie sonst unschön aufdehnen könnte. In den ersten sechs Monaten sollten Sie starke Sonnenbestrahlung und Solarium möglichst meiden, weil sich die Narbe sonst dunkel verfärben kann (Hyperpigmentierung). Gründliche Nachsorge und passende Narbenpflege entscheiden über Heilung und Endergebnis.

Vorschaubild zum Video „Narben nach einer Bruststraffung“ von Dr. med. Patrick BauerVideo ansehen
Video von Dr. med. Patrick Bauer auf YouTube: „Was für Narben entstehen nach einer Bruststraffung?“ Mit dem Klick verlassen Sie biodermis-shop.com; YouTube kann dabei Daten verarbeiten.

Diese Maßnahmen helfen:

  • Den Kompressions-BH mindestens sechs Wochen tragen, bzw. so lange, wie das Behandlungsteam es vorgibt. Er stabilisiert das Gewebe und verringert Schwellungen.
  • Silikonprodukte (Gel oder Pflaster) zur Narbenreifung verwenden.
  • Erst nach ärztlicher Freigabe sanft massieren.
  • Geduld mitbringen: Bis zum endgültigen Bild vergehen 12 bis 24 Monate.

Straffung allein oder kombiniert: Was ändert sich bei den Narben?

Je nach Operationsmethode unterscheiden sich Art und Lage der Narben leicht.

Straffung ohne weiteren Eingriff: Je nach Hautüberschuss verwende ich meist die Benelli-Methode oder die I-Schnittführung. Die Narben liegen um die Brustwarze und, bei stärkerer Straffung, zusätzlich als feine senkrechte Linie.

Straffung mit Implantaten: Die Hautschnitte können wie bei der reinen Straffung verlaufen, die Narbenbildung ist vergleichbar. Das zusätzliche Volumen setzt die Haut anfangs jedoch stärker unter Spannung, deshalb braucht die Narbe hier besonders sorgfältige Pflege.

Straffung mit Eigenfett (Lipofilling): Körpereigenes Fett, meist von Bauch, Hüfte oder Oberschenkeln, wird entnommen, aufbereitet und in die Brust eingebracht. An der Brust sind dafür keine zusätzlichen Schnitte nötig; die Narben entsprechen denen der reinen Straffung. An den Entnahmestellen entstehen nur winzige Einstiche, die in der Regel nahezu unsichtbar abheilen.

Brustverkleinerung: Da hier meist deutlich mehr Haut entfernt wird, braucht es in der Regel eine I- oder Ankerlift-Methode. Die Narben an der Brust können dadurch etwas länger ausfallen, heilen bei fachgerechter Durchführung aber ebenfalls sehr unauffällig ab.

Wenn die Brust von Natur aus Korrekturen braucht

Fehlbildungen der Brust können angeboren oder erworben sein. Häufig verursachen sie Form- und Größenunterschiede, die das Körpergefühl und das Wohlbefinden belasten. Zu den häufigsten Anlässen für eine Straffung oder weitere Operation zählen:

Brustasymmetrie: Die Brüste sind verschieden groß oder geformt. Man gleicht sie oft durch Straffung, Vergrößerung oder Verkleinerung an; der Narbenverlauf hängt vom Umfang des Eingriffs ab.

Tubuläre Brust (Schlauchbrust): Eine angeborene Fehlform mit schlauchartiger, oft asymmetrischer Gestalt und hängenden Brustwarzen. Nötig ist eine Kombination aus Straffung, Volumenaufbau (Implantate oder Eigenfett) und Korrektur der Brustwarzen. Die Narben sind individuell verschieden und richten sich nach der Technik.

Ptose (Brusterschlaffung): Sie entsteht häufig nach Schwangerschaft, Stillzeit oder Gewichtsverlust; die Brustwarze sitzt dabei unterhalb der Unterbrustfalte. Die Straffung bringt die Brust wieder in eine harmonische Position, die Narben verlaufen meist um die Brustwarze und senkrecht.

Poland-Syndrom: Auf einer Seite fehlen Brustmuskulatur und Brustdrüse oder sind unterentwickelt, oft zusammen mit einer Fehlbildung der Brust. In der Regel braucht es einen individuellen Behandlungsplan, der Straffung und Volumenaufbau verbindet.

Makromastie bei Lipödem: Ein Lipödem betrifft vor allem Beine und Arme. Ist die Brust stark vergrößert und bestehen Lipödem-Beschwerden, kann eine Brustverkleinerung mit Straffung zur Behandlung gehören. Die Narbenführung ähnelt anderen Straffungen, die Heilung muss aber besonders sorgfältig überwacht werden.

Kernaussage: Brustasymmetrie oder tubuläre Brust lassen sich oft durch Straffung, Volumenaufbau und Brustwarzenkorrektur behandeln. Wie die Narben aussehen, hängt von Technik und Ausgangssituation ab. Mit oder ohne Vergrößerung zählt am Ende das Zusammenspiel aus präziser Operationstechnik und konsequenter Nachsorge.

Auffällige Narben und Komplikationen

Keine Brust gleicht der anderen, und auch die Heilung verläuft bei jeder Patientin anders. Hautbeschaffenheit, Elastizität des Gewebes und die Lage der Brustwarze bestimmen mit, wie sich die Brust nach einer Straffung oder Vergrößerung entwickelt. Manche Patientinnen bekommen hypertrophe Narben oder Keloide: wulstiges, gerötetes, teils juckendes Narbengewebe. Risikofaktoren sind genetische Veranlagung, sehr hohe Hautspannung nach dem Eingriff, Wundheilungsstörungen, Infektionen und starke Sonne in der frühen Heilungsphase. Sprechen Sie Ihre persönliche Situation deshalb schon in der Beratung an. Konsequente Pflege, Silikonprodukte und gegebenenfalls eine spätere Laser- oder Microneedling-Behandlung verbessern auch auffällige Narben an der Brust oft deutlich. Die Studienlage dazu finden Sie unter Klinische Evidenz zur Narbenbehandlung.

Ein ausführliches Gespräch in einer spezialisierten Klinik hilft, das passende Vorgehen zu finden, ob mit Implantaten, Eigenfett oder ganz ohne Volumenaufbau. Ich bin Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, habe mehr als 25 Jahre Erfahrung und beantworte in München gern Ihre Fragen zu Bruststraffung und Brustvergrößerung.

Redaktionelle Transparenz

Die fachlichen Aussagen in diesem Beitrag stammen von Dr. med. Patrick Bauer, der sich auch auf seiner Praxis-Website drpatrickbauer.de zu diesem Thema äußert. Gliederung und Formulierungen wurden für den Ratgeber „Mediziner berichten“ eigenständig verfasst. Zeit- und Behandlungsangaben geben die ärztliche Erfahrung des Autors wieder; Quellenangaben liegen nicht vor. Verlinkte Seiten von biodermis-shop.com (Indikationsseiten, Kategorie und Evidenzseite) gehören zum Shop und sind keine ärztliche Empfehlung.

Interessenkonflikte: Kein Interessenkonflikt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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