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Hypertrophe Narbe

Hypertrophe und wulstige Narbe: was tun?

Hypertrophe oder wulstige Narbe? So erkennen Sie sie, grenzen sie vom Keloid ab und pflegen sie mit Silikon. Dazu ärztliche Optionen. Ratgeber mit Quellen.

Markus Halfpap · 24.05.2026 · aktualisiert 23.10.2026 · Lesezeit ca. 13 Min.

Titelbild: Hypertrophe Narbe was tun? Ihr kompletter Behandlungsplan

Die Fäden sind gezogen, die Wunde ist zu. Doch statt flacher und blasser zu werden, wird Ihre Narbe nach einigen Wochen dicker, röter und fester. Sie spannt, juckt vielleicht und fällt im Spiegel stärker auf als erwartet. Genau dann stellt sich die Frage: Ist das eine hypertrophe Narbe, und was können Sie jetzt tun?

Im Alltag heißt eine solche Narbe oft wulstige Narbe, Wulstnarbe oder Narbenwulst. Medizinisch steckt dahinter meist eine hypertrophe Narbe, seltener ein Keloid.

Die gute Nachricht vorweg: Hypertrophe Narben sind gutartig, bleiben auf das ursprüngliche Wundgebiet begrenzt und können sich im Lauf der Zeit teilweise zurückbilden. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie eine hypertrophe oder wulstige Narbe erkennen, was Sie selbst tun können und wann ärztliche Behandlung sinnvoll ist. Er ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kurz gesagt: Eine hypertrophe Narbe entsteht meist 4 bis 8 Wochen nach der Verletzung, wächst bis etwa zum 6. Monat und kann sich danach über Jahre zurückbilden, wie eine Übersichtsarbeit in Molecular Medicine beschreibt. Zuerst zählen Entlastung, Silikon (laut S2k Leitlinie üblich 12 bis 24 Stunden täglich über 12 bis 24 Wochen) und Sonnenschutz. Bleibt die Narbe aktiv, gelten Kortison-Injektionen und Kryotherapie als wichtigste ärztliche Optionen.

Auf einen Blick

Hypertrophe Narbe: Die wichtigsten Eckdaten

Beginn4 bis 8 Wochennach Verletzung oder Operation
WachstumsphaseBis etwa 6 Monatedanach Rückbildung über Jahre möglich
AbgrenzungBleibt im WundgebietEin Keloid wächst darüber hinaus
NarbenreifungRund 2 Jahreauch danach kann sich das Aussehen noch ändern
Quellen: Gauglitz et al. 2011, Gesundheitsportal Österreichbiodermis-shop.com · Ratgeber

Woran Sie eine hypertrophe Narbe erkennen

Eine hypertrophe Narbe ist eine Narbe, bei der der Körper mehr Bindegewebe bildet als nötig. Sie ist erhaben, oft gerötet und fester als die umgebende Haut. Das Gesundheitsportal Österreich beschreibt sie als Narbenwulst, der auf das ursprüngliche Wundgebiet begrenzt bleibt. Häufige Begleiter sind Juckreiz, Spannungsgefühl und Druckempfindlichkeit, an Gelenken auch eine eingeschränkte Beweglichkeit.

Wichtig für die Einordnung ist die Abgrenzung zum Keloid. Beide sind gutartige Hautveränderungen und keine Krebserkrankung. Sie unterscheiden sich aber im Verlauf und darin, wie sie auf Behandlung ansprechen.

Merkmal Hypertrophe Narbe Keloid
Ausdehnung bleibt im Gebiet der ursprünglichen Wunde wächst über den Wundrand hinaus
Beginn meist 4 bis 8 Wochen nach der Verletzung teils erst Jahre nach kleinen Verletzungen
Verlauf Wachstum bis etwa 6 Monate, danach Rückbildung über Jahre möglich bleibt lange bestehen, keine spontane Rückbildung
Nach operativer Entfernung erneute Wulstbildung selten neigt stark zum Wiederauftreten
Typische Stellen Schultern, Hals, Brustbein, Knie, Sprunggelenk Brust, Schultern, Ohrläppchen, Oberarme, Wangen

Quelle: Gauglitz et al., Molecular Medicine 2011

Ob Ihre Narbe hypertroph ist oder sich zu einem Keloid entwickelt, kann nur eine ärztliche Untersuchung sicher klären. Wie ein Keloid entsteht und behandelt wird, lesen Sie im Ratgeber zum Unterschied zum Keloid.

Warum Narben wulstig werden

Stellen Sie sich die Wundheilung wie eine Baustelle vor: Erst wird provisorisch geflickt, dann ziehen Bindegewebsfasern ein und stabilisieren die Stelle. Bei einer hypertrophen Narbe hört die Baukolonne nicht rechtzeitig auf und bildet mehr Kollagen, als gebraucht wird. Das Ergebnis ist ein Wulst.

Laut Kantonsspital Winterthur erhöhen vor allem drei Faktoren das Risiko:

  • Spannung auf der Wunde: Narben, an denen bei jeder Bewegung gezogen wird, etwa an Brustbein, Schulter, Bauch oder in Gelenknähe, neigen eher zur Wulstbildung.
  • Wundinfektion oder verzögerte Heilung: Je länger eine Wunde offen bleibt oder entzündet ist, desto aktiver bleibt die Narbe.
  • Veranlagung: Manche Menschen bilden grundsätzlich stärkere Narben.

Eine Übersichtsarbeit nennt für die Häufigkeit nach Operationen je nach Studie Werte zwischen 40 und 70 Prozent, nach Verbrennungen je nach Wundtiefe bis zu 91 Prozent. Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen 10 und 30 Jahren. Auch nach Kaiserschnitt entstehen laut Gesundheitsportal Österreich oft hypertrophe Narben.

Verlauf: Bildet sich eine hypertrophe Narbe zurück?

Ja, das ist möglich, braucht aber Zeit. Eine frische Narbe ist zunächst rot und erhaben, weil sie stark durchblutet ist. Mit der Narbenreifung zieht sich das Gewebe zusammen, die Durchblutung lässt nach, und die Narbe wird weicher und blasser. Dieser Prozess dauert laut Gesundheitsportal Österreich ungefähr zwei Jahre.

Zeitstrahl

Typischer Verlauf einer hypertrophen Narbe

  1. 1Bis Woche 4Wunde schließt sich. Die Narbe ist anfangs rot und leicht erhaben, das ist normal.Wundheilung
  2. 2Woche 4 bis 8Bei einer hypertrophen Narbe beginnt die Verdickung. Jetzt lohnt sich genaues Beobachten.Beginn
  3. 3Bis etwa Monat 6Wachstumsphase. Die Narbe kann dicker, fester und röter werden.Aktive Phase
  4. 4Ab Monat 6Rückbildung über Jahre möglich. Bleibt die Narbe aktiv, ärztlich abklären lassen.Reifung
Quelle: Gauglitz et al. 2011. Der Verlauf ist individuell verschieden.biodermis-shop.com · Ratgeber

Abwarten allein reicht trotzdem nicht immer aus. Die Rückbildung ist oft unvollständig, und Beschwerden wie Juckreiz oder Spannung können Sie über Monate begleiten. Zudem sprechen Kortison-Injektionen laut Kantonsspital Winterthur an, solange die Narbenreifung noch nicht abgeschlossen ist. Wie lange Rötungen typischerweise anhalten, lesen Sie im Ratgeber Wie lange dauert es, bis eine Narbe verblasst.

Was Sie selbst tun können

Internationale Empfehlungen zur Narbenbehandlung nennen als Basis aller Maßnahmen: Spannung reduzieren, die Narbe feucht halten und vor UV-Licht schützen. Silikon gilt dort als erste nicht-invasive Option, wie die aktualisierten Praxisleitlinien von Monstrey und Kollegen zusammenfassen. So setzen Sie das im Alltag um:

Schritt für Schritt

Fünf Maßnahmen für zu Hause

  1. 1Zug und Reibung reduzierenVermeiden Sie starkes Dehnen, schweres Heben und scheuernde Kleidung über der Narbe. Die Haut erreicht laut S2k Leitlinie erst nach etwa drei Monaten rund 90 Prozent ihrer Festigkeit.
  2. 2Silikon konsequent anwendenAuf geschlossener, trockener Haut, üblich 12 bis 24 Stunden täglich über 12 bis 24 Wochen. Pflaster für gerade Narben, Gel oder Stift an Gelenken und im Gesicht.
  3. 3Vor Sonne schützenNarben haben kaum eigenen UV-Schutz. Kleidung oder Sonnenschutzmittel sind besonders in den ersten drei Monaten wichtig.
  4. 4Sanft massieren, wenn freigegebenLeichte, kreisende Bewegungen mit einer unparfümierten Pflege. Die Massage darf nicht schmerzen.
  5. 5Kompression nur nach ärztlicher VorgabeBei großflächigen Narben oder bekannter Neigung kann Druck mit 20 bis 30 mmHg ergänzend empfohlen werden.
Quellen: S2k Leitlinie 013-030, Gesundheitsportal Österreich, Monstrey et al. 2014biodermis-shop.com · Ratgeber

Silikon: Pflaster, Gel oder Stift?

Die S2k Leitlinie nennt Silikon als Zusatztherapie, die bei aktiven hypertrophen Narben erwogen werden kann. Welche Form passt, entscheidet vor allem die Körperstelle. Lange, gerade Narben an Bauch, Brust oder nach Kaiserschnitt lassen sich gut mit Silikon-Narbenpflaster für wulstige Narben abdecken. An Gelenken, im Gesicht und an Stellen, an denen Pflaster schlecht halten, sind Gel oder Stift praktischer. Wie Sie beides kombinieren, zeigt der Ratgeber Silikonpflaster, Silikongel oder Narbenstift.

Hinweis: Silikon gehört nur auf geschlossene Haut. Auf offenen oder nässenden Stellen warten Sie bis zur vollständigen Abheilung und fragen Ihr Behandlungsteam, wann Sie beginnen können. Mehr dazu unter Wann Silikonpflaster auf eine frische Narbe.

Narbenmassage und Pflege

Das Gesundheitsportal Österreich empfiehlt leichtes Massieren mit kreisenden Bewegungen zur Narbe hin sowie das Eincremen mit hautpflegenden Substanzen. Kräftiges Reiben oder Kneten reizt eine aktive Narbe eher. Die richtige Technik beschreibt der Ratgeber Narbenmassage nach Freigabe. Narbencremes können Juckreiz lindern, sind laut Kantonsspital Winterthur zur ursächlichen Behandlung aber weniger geeignet. Bei starkem Juckreiz hilft der Ratgeber Narbe juckt, was tun.

Kompression bei großflächigen Narben

Die S2k Leitlinie beschreibt Druckbehandlung als mögliche Ergänzung, vor allem bei großflächigen hypertrophen Narben, etwa nach Verbrennungen, und bei bekannter Neigung nach Operationen. Genannt werden 20 bis 30 mmHg über 6 bis 24 Monate. Das Gesundheitsportal Österreich weist darauf hin, dass die Wirkung wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist und der Druck möglichst rund um die Uhr gehalten werden sollte. Nach Eingriffen wie Bauchdeckenstraffung, Brustverkleinerung oder Kaiserschnitt legt Ihr Behandlungsteam fest, ob und wie lange Sie Kompression tragen.

Silikon im Alltag: so bleiben Sie dran

Bei einer Wulstnarbe entscheidet weniger das einzelne Produkt als die Regelmäßigkeit. Die S2k Leitlinie nennt für Silikon 12 bis 24 Stunden täglich über 12 bis 24 Wochen. Das gelingt nur, wenn die Anwendung in Ihren Tagesablauf passt.

  • Feste Zeiten: Koppeln Sie den Wechsel an Routinen, etwa nach dem Duschen oder vor dem Schlafengehen.
  • Saubere, trockene Haut: Reste von Creme, Öl oder Schweiß lösen Pflaster schneller und verteilen Gel ungleichmäßig.
  • Dünn statt dick: Bei Gel genügt eine dünne Schicht. Mehr Produkt verlängert vor allem die Trocknungszeit.
  • Form wechseln statt abbrechen: Hält ein Pflaster schlecht oder stört unter der Kleidung, ist Gel oder Stift oft die bessere Lösung als eine Pause.
  • Sonnenschutz zusätzlich: Silikon ersetzt keinen UV-Schutz. Frische Narben verfärben sich in der Sonne leichter.

Erste Veränderungen wie weniger Juckreiz oder eine weichere Narbe bemerken viele Betroffene früher als eine sichtbar flachere Narbe. Bleibt die Narbe trotz konsequenter Pflege über Wochen aktiv, besprechen Sie die nächsten Schritte ärztlich. Silikon wird dann häufig mit ärztlichen Verfahren kombiniert und nicht ersetzt. Ist Ihre Kaiserschnitt-Narbe wulstig, finden Sie Hinweise zur Pflege im Ratgeber Kaiserschnitt-Narbe: Pflege, Heilung und Massage.

Ärztliche Behandlung im Überblick

Reicht die Pflege zu Hause nicht aus, gibt es mehrere ärztliche Verfahren, die oft kombiniert werden. Laut der Meldung zur Aktualisierung der S2k Leitlinie bleiben die Injektion von Triamcinolon, einem Kortisonpräparat, und die Kryotherapie die wichtigsten Behandlungsoptionen. Operationen sind nur nach sorgfältiger Abwägung und mit Anschlussbehandlung sinnvoll.

Verfahren Was passiert Typischer Rhythmus
Kortison-Injektion (Triamcinolon) Kortison wird direkt in die Narbe gespritzt, damit weniger Kollagen gebildet wird bei Bedarf alle 3 bis 4 Wochen, meist mehrere Sitzungen
Kryotherapie Vereisung des Narbengewebes mit flüssigem Stickstoff, oft vor einer Kortison-Injektion Wiederholung meist alle 4 bis 6 Wochen
Farbstofflaser zielt auf die Gefäße und kann bei stark geröteten Narben eingesetzt werden nach ärztlichem Plan
Ablativer Laser trägt Gewebe ab, etwa bei hypertrophen Narben nach Verbrennungen nach ärztlichem Plan
Microneedling feine Nadelstiche setzen einen neuen Heilungsreiz, Wirksamkeit nicht eindeutig belegt nach ärztlichem Plan
Operation Narbengewebe wird entfernt und spannungsarm neu vernäht meist frühestens nach einem Jahr erwogen

Quelle: Gesundheitsportal Österreich, Stand Juli 2023

Bei hypertrophen Narben ist eine erneute Wulstbildung nach operativer Entfernung laut Gauglitz und Kollegen selten, anders als beim Keloid. Wichtig ist dennoch eine konsequente Nachbehandlung der neuen Narbe. Mögliche Nebenwirkungen jedes Verfahrens bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vorab mit Ihnen.

Was Studien zeigen

Die Studienlage zur Narbenbehandlung ist insgesamt dünn. Viele Untersuchungen sind klein, unterscheiden nicht sauber zwischen hypertrophen Narben und Keloiden oder messen unterschiedlich. Ein Cochrane Review von 2013 fand schwache Hinweise auf einen vorbeugenden Nutzen von Silikongel-Folien bei Menschen mit hohem Risiko. Bei bestehenden Narben zeigten Studien Verbesserungen bei Dicke und Farbe, waren aber von geringer Qualität. Ein weiterer Cochrane Review von 2021 mit 13 Studien und 468 Teilnehmenden stuft die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz als gering bis sehr gering ein.

  • Gut belegt bzw. leitliniengestützt: Kortison-Injektionen und Kryotherapie als wichtigste ärztliche Optionen bei bestehenden Wulstnarben.
  • Gängige Praxis mit schwacher Evidenz: Silikon als erste Maßnahme zu Hause, Druckbehandlung bei großflächigen Narben, Sonnenschutz und Entlastung.
  • Nicht eindeutig belegt: Microneedling, die Wirkung von Druck im Einzelfall und ein vorhersagbares Ergebnis bei einer bestimmten Narbe.

Schwache Evidenz heißt nicht, dass etwas nicht wirkt, sondern dass aussagekräftige Studien fehlen. Die deutsche S2k Leitlinie stammt von 2020, ihre Gültigkeit ist inzwischen abgelaufen. Bis zur Überarbeitung bleibt sie die wichtigste deutschsprachige Orientierung. Eine Übersicht weiterer Studien finden Sie auf unserer Seite Klinische Evidenz Narbenbehandlung.

Wann Sie ärztlich nachfragen sollten

Eine leichte Rötung und Erhabenheit in den ersten Wochen gehört zur normalen Heilung. Was in diesem Stadium noch üblich ist, beschreibt der Ratgeber OP-Narbe nach 4 Wochen. Bei den folgenden Zeichen lassen Sie die Narbe jedoch ärztlich ansehen.

Bitte nicht abwarten

Diese Zeichen sprechen für eine ärztliche Abklärung

Die Narbe wächst über den ursprünglichen Wundrand hinaus
Sie wird trotz Pflege über Wochen dicker, fester oder röter
Starker Juckreiz oder Schmerzen stören Alltag oder Schlaf
Die Narbe schränkt die Beweglichkeit eines Gelenks ein
Überwärmung, Eiter, Nässen oder sich ausbreitende Rötung
Fieber oder starkes Krankheitsgefühl nach einer Operation

Bei Zeichen einer Entzündung mit Fieber melden Sie sich umgehend in Ihrer Klinik oder Praxis. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Diese Liste ersetzt keine ärztliche Einschätzung.biodermis-shop.com · Ratgeber

Erste Ansprechpartner sind laut Gesundheitsportal Österreich die Hausarztpraxis, die Dermatologie sowie die Chirurgie oder Plastische Chirurgie. Nach einer Operation ist meist die operierende Klinik die erste Adresse, weil sie den Verlauf kennt.

Narbenpflege im Überblick

Welche Form der Silikonpflege zu Ihnen passt, hängt von Lage, Länge und Größe der Narbe ab. Die folgende Auswahl ist ein Auszug aus dem Sortiment.

Auszug aus dem Sortiment

Welche Silikonform passt zu Ihrer Narbe?

Die Auswahl ersetzt keine ärztliche Empfehlung.biodermis-shop.com · Ratgeber

Alle Größen und Formen finden Sie unter Silikon-Narbenpflaster für wulstige Narben und Silikon-Narbensalben. Wie oft Sie Pflaster wechseln, lesen Sie unter Wie oft Narbenpflaster wechseln.

Häufige Fragen

Was hilft gegen eine hypertrophe Narbe?

Zu Hause stehen Entlastung der Narbe, Silikon als Pflaster, Gel oder Stift und konsequenter Sonnenschutz im Vordergrund. Bleibt die Narbe trotz Pflege aktiv, nennt die S2k Leitlinie Kortison-Injektionen mit Triamcinolon und Kryotherapie als wichtigste ärztliche Optionen.

Bildet sich eine hypertrophe Narbe von selbst zurück?

Ja, das ist möglich. Laut einer Übersichtsarbeit wächst sie meist bis etwa zum 6. Monat und kann sich danach über einige Jahre zurückbilden. Die Rückbildung ist aber oft unvollständig, und Beschwerden können lange anhalten.

Wie lange dauert es, bis eine hypertrophe Narbe flacher wird?

Rechnen Sie mit Monaten bis Jahren. Die Narbenreifung dauert insgesamt rund zwei Jahre. Silikon wird laut S2k Leitlinie üblicherweise 12 bis 24 Wochen angewendet, bevor Sie den Verlauf mit Ihrem Behandlungsteam bewerten.

Was ist der Unterschied zwischen hypertropher Narbe und Keloid?

Eine hypertrophe Narbe bleibt auf das ursprüngliche Wundgebiet begrenzt und kann sich zurückbilden. Ein Keloid wächst über den Wundrand hinaus, bildet sich nicht von selbst zurück und kommt nach operativer Entfernung häufig wieder.

Sind hypertrophe Narben gefährlich?

Nein, sie sind gutartig und keine Krebserkrankung. Sie können aber jucken, spannen, schmerzen und an Gelenken die Beweglichkeit einschränken. Dann ist eine ärztliche Behandlung sinnvoll.

Ab wann darf ich Silikon auf die Narbe geben?

Erst wenn die Haut vollständig geschlossen ist, nach der S2k Leitlinie bei der Vorbeugung kurz nach dem Fadenzug. Den genauen Zeitpunkt legt Ihr Behandlungsteam fest.

Soll ich eine hypertrophe Narbe massieren?

Ja, sanft und erst nach Freigabe. Empfohlen werden leichte, kreisende Bewegungen mit einer hautpflegenden Creme. Kräftiges Reiben oder Kneten kann eine aktive Narbe zusätzlich reizen.

Hilft Kompression gegen hypertrophe Narben?

Sie kann bei großflächigen Narben oder bekannter Neigung ergänzend empfohlen werden. Die S2k Leitlinie nennt 20 bis 30 mmHg über 6 bis 24 Monate. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, deshalb entscheidet Ihr Behandlungsteam.

Wann wird eine hypertrophe Narbe operiert?

Selten als erster Schritt. Eine Operation wird meist frühestens nach einem Jahr erwogen, etwa wenn die Narbe unter Spannung steht oder die Beweglichkeit einschränkt, und immer mit Nachbehandlung.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Klären Sie vor Beginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse, ob eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, zum Beispiel durch Schmerzen oder Bewegungseinschränkung.

Was ist eine wulstige Narbe?

Eine wulstige Narbe ist eine erhabene, oft gerötete und feste Narbe. Meist handelt es sich medizinisch um eine hypertrophe Narbe, die im Wundgebiet bleibt. Wächst die Narbe über den Wundrand hinaus, kann ein Keloid dahinterstecken.

Meine Narbe wird nach einigen Wochen dicker. Ist das normal?

Teilweise ja. In den ersten Wochen ist eine leicht erhabene, rote Narbe üblich. Wird sie ab etwa der 4. bis 8. Woche deutlich dicker und fester, spricht das für eine hypertrophe Narbe. Beginnen Sie dann konsequent mit Silikon und lassen Sie den Verlauf ärztlich mitbeurteilen.

Quellen

  1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft: S2k Leitlinie Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide), AWMF Register 013-030, Stand 2020. PDF
  2. Deutsches Ärzteblatt: S2k Leitlinie zur Narbentherapie aktualisiert, 15.12.2020. Zur Meldung
  3. Gauglitz GG, Korting HC, Pavicic T, Ruzicka T, Jeschke MG. Hypertrophic scarring and keloids: pathomechanisms and current and emerging treatment strategies. Molecular Medicine 2011;17:113–125. DOI 10.2119/molmed.2009.00153. Volltext
  4. Monstrey S et al. Updated scar management practical guidelines: non-invasive and invasive measures. J Plast Reconstr Aesthet Surg 2014;67(8):1017–1025. DOI 10.1016/j.bjps.2014.04.011. PubMed
  5. O'Brien L, Jones DJ. Silicone gel sheeting for preventing and treating hypertrophic and keloid scars. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 9, CD003826. Zum Review
  6. Jiang Q et al. Silicone gel sheeting for treating hypertrophic scars. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 9, CD013357. Zum Review
  7. Gesundheitsportal Österreich: Narben und Narbenbehandlung, Stand 17.07.2023. Zur Seite
  8. Kantonsspital Winterthur, Plastische Chirurgie: Hypertrophe Narben. Zur Seite
Markus Halfpap, Dermamedix. Seit 1994 auf Kompressionsbekleidung und Narbenpflege für die Nachsorge nach plastisch-chirurgischen Eingriffen spezialisiert. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Oder sehen Sie sich direkt die Silikon-Narbenpflaster an.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wie lange und wie Sie Kompression oder Narbenpflege anwenden, legt Ihr Behandlungsteam fest.

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